Deutsche Zentralbücherei für Blinde

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Betreiber- und Finanzierungsmodell

Workshop zur Finanzierung

Um die Herstellung von Blindennoten über den Projektrahmen hinaus finanziell abzusichern, hat die DZB im Rahmen des Projektes im Mai 2006 einen Workshop unter der Überschrift »Wege zur nachhaltigen Sicherung von Notenübertragungsleistungen für blinde Musikerinnen und Musiker« veranstaltet.

Eingeladen waren hierzu:

  • Herr Norbert Britze, blinder Kirchenmusiker,
  • Frau Christel Friedrich, Deutsche Rentenversicherung,
  • Herr Peer Schuster, Integrationsamt Sachsen ,
  • Herr Reiner Delgado als Sozialreferent des DBSV4.1 und
  • Herr Michael Herbst, Geschäftsführer des DVBS4.2.

Die Vorträge und Gespräche ergaben, dass durch die deutsche Sozialgesetzgebung nur punktuelle Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird. Dazu gehören beispielsweise Umschulung und berufliche Wiedereingliederung nach einer Berufsunfähigkeit. Ihrer Natur nach sind solche Maßnahmen begrenzt — für einen kurzen Zeitraum wird sehr viel Geld investiert. In einem konkreten Fall kann so zum Beispiel ein Braille-Arbeitsplatz für sehr viel Geld finanziert werden, aber keine (um Größenordnungen billigere) Noten, da diese kontinuierlich gebraucht werden.

Demgegenüber benötigen blinde Musiker kontinuierlich relativ kleine Geldbeträge, um die für ihre Arbeit notwendigen Noten finanzieren zu können. Eine solche Finanzierung kann bei derzeitiger Gesetzeslage auf Basis der deutschen Sozialgesetzgebung nicht geleistet werden.

Demgegenüber bieten die Integrationsämter den blinden Musikern an, Gelder für solche Noten zu beantragen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Das Feld der Laien- und Hobbymusiker bleibt hiervon ausgeschlossen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Für Laien- und Hobbymusiker ist es nicht möglich, finanzielle Unterstützung für ihre Noten seitens der Sozialbehörden zu erhalten. Trotzdem haben sie einen Anspruch darauf, Zugang zu den Noten zu erhalten, die auch sehenden Laien- und Hobbymusikern zur Verfügung stehen. Im Rahmen des bewilligten Projektes DaCapo II wird die DZB diesen Musikern Möglichkeiten zur Verfügung stellen, sich Blindennoten mit vertretbarem Aufwand und Kosten zu verschaffen.


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