Deutsche Zentralbücherei für Blinde

DaCapo II - Anforderungsorientierte Notenübertragung für blinde Musiker

Abschlussbericht

Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig
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Telefax +49 341 7113-125
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März 2010

Externe Software

Die für die Produktion wichtigste kommerzielle Software sind Capella und capella-scan[20]. Im Herbst 2007 erschien die neue Version Capella 2008. Zahlreiche, für die DZB kritische Probleme wurden an Capella gemeldet. Viele von ihnen wurden in der neuen Version und Updates berücksichtigt. Die Anpassung der Übertragungssoftware war durch die klare Definition der Schnittstellen unproblematisch. Die DZB steht in einem engen Kontakt zu den Entwicklern von CapellaScan und Capella.

Es wurde weitere Software getestet, um festzustellen, ob andere Techniken zu besseren Ergebnissen führen. Dazu gehört das Scanprogramm SharpEye, das von Blinden benutzt werden kann und in Kombination mit dem MakeBraille-Server ein sehr gutes Werkzeug zur selbständigen Notenerzeugung für Computer erfahrene, blinde Musiker darstellt. Für die professionelle Blindennotenproduktion jedoch ist es, wie sich bei den Tests herausstellte, nicht geeignet. Die weit verbreitete Software Sibelius ist für Lehrer sehr interessant. Die DZB kann damit die ebenso weit verbreiteten score-Quellen öffnen und über eine Brückensoftware[21] (mit für die professionelle Produktion zu großen Einschränkungen) in MusicXML umwandeln.

Die DZB hatte begonnen, Blindennoten in das Capella-Format zu überführen. Ziel war es, blinden Schülern eine gute und kostengünstige Arbeitsplattform zu bieten. Aufgrund eines zu großen Aufwandes, die Noten grafisch auszurichten und der unsicheren zukünftigen Entwicklung von Capella, die eventuell sehr aufwendige Nachanpassungen notwendig machen würden, wurden diese Entwicklungen zunächst zurückgestellt. Stattdessen ist die DZB an Capella mit der Bitte herangetreten, MusicXML in Im- und Export zu unterstützen. Diese Schnittstellen wurden eingepflegt und werden auch über das Feedback von DaCapo laufend verbessert. Die Schnittstelle ist sowohl für den Bereich der Lehre als auch für die Verarbeitung und Aufbereitung von Notenquellen von großer Bedeutung. Letzteres deshalb, weil Capella als Zwischenstation bei der Erzeugung von Braillenoten aus Notenquellen fungieren kann und dem Bearbeiter damit eine gewohnte Arbeitsumgebung bietet. Dazu werden MusicXML-Quellen in Capella importiert und daraus Capella-Eingangsdaten für die Produktion generiert.

Für die direkte grafische Ausgabe ohne Umweg über Capella (BrailleVis) wird Lilypond verwendet. Lilypond ermöglicht einen direkten Notensatz aus einer Notenbeschreibung heraus mit Druck in eine PDF-Datei. Die Ergebnisse sind qualitativ unterschiedlich. Problematisch sind vor allem offensichtliche Fehler im Programm, deren Behebung mangels kommerziellen Interesses (Lilypond ist OpenSource) nicht sicher ist. Unzulänglichkeiten im Layout können dagegen durch den gezielten Einsatz von Modulen, wie dem oben genannten, neu entwickelten Abschnittssegmentierer, umgangen werden.

2009 erschien eine neue Version von CapellaScan, in die zahlreiche Verbesserungsvorschläge von DaCapo einflossen.

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