Deutsche Zentralbücherei für Blinde

DaCapo II - Anforderungsorientierte Notenübertragung für blinde Musiker

Abschlussbericht

Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig
Telefon +49 341 7113-0
Telefax +49 341 7113-125
E-Mail:
Internet: www.dzb.de

März 2010

Internetgestützter Übertragungsservice: Recherche-
und Suchfunktionen

4.1 Voraussetzungen

Die Bestände der DZB umfassen rund 5.700 Musikalien. Diese waren bisher unzureichend katalogisiert. Für Musiker ist es sehr wichtig, sich einen Überblick über den Bestand zu verschaffen. Dazu lagen neben der telefonischen Beratung nur (veraltete und gekürzte) gedruckte Kataloge vor. Ein Quersuchen, Stöbern oder ein schneller Überblick waren so nicht möglich.

4.2 Durchführung

Die DZB hat mit großem Aufwand die Musikalien neu katalogisiert. Mit Entwicklung und Aufbau einer «intelligenten» Notendatenbank wurde ein wichtiger Grundstein für die Zukunft gelegt. Um die Qualität der Katalogisierung langfristig zu sichern, hat die DZB umfangreich in musikwissenschaftliche Literatur investiert.

Ebenso wurde ein Bestand an Computerliteratur angeschafft. Ziel ist hierbei die Sicherstellung für zukünftige, neue oder veränderte Entwicklungen wie z.B. eine Java-Applikation als Add-On für den Braille-Player-Server oder Fachliteratur für die weitere Automatisierung von Prozessen über Methoden wie machine learning.

4.3 Ergebnisse

Die über 5.700 Musikalien im Bestand der DZB wurden nahezu vollständig neu erfasst und mit ihren Inhalten in die Notendatenbank eingepflegt. Die Entwicklungen an der Notendatenbank selbst wurden dabei konsequent fortgeführt. Dazu gehören Schnittstellen zu anderen Bereichen des Hauses wie dem Verlag, Abrechnungen, Nutzerdatenbank usw., die eine reibungslose Übernahme des Service in die im Aufbau befindliche Mediendatenbank der DZB garantieren. Eine intelligente Suchmaschine[18] und automatisch generierte Verkaufslisten[19] wurden etabliert. Die Suchmaschinen-Inhalte und die Kataloge werden vollautomatisch und spezifisch aus der Notendatenbank erzeugt. Zentral ist dabei die Identifikation der Werke über Komponist, Titel, Besetzung und über Standardverzeichnisse (Bachwerkeverzeichnis, Köchelverzeichnis usw.). Letztere gehen aus den Noten oft nicht hervor, sind zur Identifikation durch den Musiker aber notwendig und wurden darum nachgetragen.

Während der Laufzeit von DaCapo II ist es noch nicht gelungen, Rechte zum direkten Download und mithin zu einem rein internetgestützten Verfahren zu bekommen. Diese müssen in Absprache mit der VG Musikeditionen noch etabliert und in Verbindung mit der Mediendatenbank umgesetzt werden. Erst dann ist ein sofortiger Erhalt individueller Noten möglich. Die Verfahren sind so ausgelegt, dass bei Fertigstellung der Mediendatenbank und Änderung der Rechtslage eine zügige Umsetzung erfolgen kann. Derzeit ist die Bestellung (Ausleihe oder Kauf) der Titel über eine automatisierte E-Mail aus der Notensuchmaschine und den elektronischen Katalogen möglich, was dem Nutzer weitgehenden Komfort bietet.

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