Deutsche Zentralbücherei für Blinde

»Literaturtreff«

Eine Empfehlung für alle Freunde der schönen Literatur!

Die im Abonnement wöchentlich in Blindenkurzschrift erscheinende Zeitschrift »Literaturtreff« stellt ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen vor.

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Bücherauswahl 2017

(Alphabetische Reihenfolge. Wir behalten uns Änderungen vor.)

Fatah, Sherko: Im Grenzland
München: btb-Verlag, 2003
Eine verminte Grenze, die Familien trennt, Liebende auseinanderreißt, Menschen zerstört. Aus dem kurdischen Niemandsland zwischen Iran, Irak und Türkei, in dem die Geschichte spielt, kam auch der Vater von Sherko Fatah, der literarischen Entdeckung des Jahres 2001. In seinem von der Kritik hymnisch gelobten Debüt erzählt er die Geschichte eines Grenzgängers. Der Mann ohne Namen arbeitet als Schmuggler im verminten Gelände. Er hat einen Pakt mit den Minen geschlossen: Solange er sie nicht verrät, verraten sie auch ihn nicht. Doch als sein Sohn verschwindet, ist auf einmal alles anders. Aus Liebe macht er sich auf die Suche nach ihm – ein gefährliches Unterfangen.

Gaiman, Neil: Der Fluch der Spindel
München : Knesebeck, 2015
Aus dem Englischen von Reinhard Tiffert
Zwei Märchen in der Art von Schneewittchen und Dornröschen werden miteinander verwoben und mit einer spannenden Handlung voll dunkler Magie ausgestattet: Am Vorabend ihrer Hochzeit macht sich eine junge Königin auf, eine Prinzessin von einem Fluch zu erlösen. Sie tauscht ihre feine Hochzeitsrobe gegen Kettenhemd und Schwert und folgt ihrem Zwergen-Hofstaat zu dem in Schlaf gefallenen Königreich. Doch die Prinzessin, die gerettet werden muss, ist nicht, was sie zu sein scheint …

Goldammer, Peter: Der Zirkus der Stille
Hamburg : Atlantik-Verlag, 2016
Thaïs Leblanc wächst nach dem Tod der Mutter bei ihrer Großmutter auf, der unvergleichlichen Victoria, wie sie auf Zirkusplakaten tituliert wird. Thaïs verabscheut das Zirkusleben und zieht, kaum volljährig, nach Paris; sie will nur eins: Normalität. Doch als die Großmutter stirbt, konfrontiert deren seltsames Testament sie mit ihrer Familiengeschichte, die sie zum wundersamen Cirque perdu und seinem Direktor Papó bringt, wo Thaïs lernt, dass man sich seinen Ängsten stellen muss und für die wichtigsten Dinge im Leben keinen Applaus von anderen braucht.

Hayes, Alfred: In Love
München : Nagel und Kimche, 2015
Aus dem Englischen von Matthias Fienbork
New York in den 50er Jahren: Auf einer Party erhält eine junge Frau das unmoralische Angebot eines distinguierten Herrn, gegen Bezahlung mit ihm zu gehen. Sie könnte problemlos ablehnen, lässt sich aber darauf ein – und zerstört ihr bisheriges Leben. Erst jetzt wird ihrem Freund, den sie verlässt, bewusst, wie sehr er sie liebt. Das Gefühl, die Chance seines Lebens verpasst zu haben, wird ihn für immer begleiten. Eine beklemmende Liebesgeschichte und der kluge Roman eines bedeutenden Autors aus den USA.

Marsé, Juan:Gute Nachrichten auf Papierfliegern
Berlin : Wagenbach, 2016
Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz
Selten liest sich das Alterswerk eines großen Autors so jugendlich frisch wie hier Juan Marsés kurzer Roman. Das liegt natürlich nicht zuletzt an Bruno, dem fünfzehnjährigen Protagonisten. Der schüchterne, aber liebenswerte Junge lebt allein mit seiner Mutter in Barcelona und arbeitet als Laufbursche in einer Konditorei. Doch jetzt, im August, beginnen die Ferien, und Bruno vertreibt sich die Urlaubszeit mit einem Nebenjob der etwas anderen Art. Er hilft der alten Frau Pauli, die mit ihrem blauen Papagei im oberen Stockwerk wohnt, Zeitungen zu sammeln. Aus diesen faltet Frau Pauli, die während des Krieges aus ihrer Heimat Polen geflohen und als Variététänzerin nach Barcelona verschlagen worden war, Papierflieger und lässt sie Tag für Tag vom Balkon aus über das Viertel gleiten. Wieso sie alle Welt mit guten Nachrichten beglücken will, erfahren wir erst auf den letzten Seiten dieses kurzweiligen, traurig-schönen Romans. Denn die Fotos in der Wohnung der alten Dame bergen, inmitten von Federboas, Stöckelschuhen und Lippenstiften, eine tragische Wahrheit …

O'Nan, Stewart: Die Chance
Reinbek : Rowohlt, 2014
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Gemeinsam machen Marion und Art Fowler eine Pauschal-Busreise zu den Niagarafällen, wohin sie dreißig Jahre zuvor auch ihre Hochzeitsreise geführt hat. In ihrem Gepäck befindet sich ihr gesamtes restliches Barvermögen, denn Art – vor seiner Entlassung Versicherungsmakler, also mathematisch begabt – glaubt zu wissen, wie man beim Roulette gewinnen kann. Sie schmuggeln das Geld nach Kanada ein, wechseln es in Jetons und beziehen in einem Casino eine teure Hochzeitssuite, die sie sich leisten, weil es ja ohnehin egal ist. Arbeitslos und verschuldet, wie sie sind, haben sie nichts mehr zu verlieren. Also greifen sie nach dem letzten Strohhalm: tagsüber beim Sightseeing an den spektakulären Wasserfällen, vor allem aber abends, im Casino. Sie spielen am ersten Abend und am zweiten. Und setzen alles auf eine Karte. Ein heiterer, sogar tröstlicher Roman über Zuversicht, Verzeihen und letzte Chancen, der eindringlich vor Augen führt, dass Liebe – wie das Leben selbst – mitunter ein Glücksspiel ist.

Oord, Lodewijk van: Das letzte Nashorn
München : Knaus, 2016
Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Ein witzig-hintergründiger Roman über uns und die Letzten ihrer Art: Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives »Afrika an der Amstel« machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

Pagano, Emmanuelle: Bübische Hände
Berlin : Wagenbach, 2011
Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer-Semlinger
Vier Frauen, die ein Schweigen verbindet. Und die Frage nach der Wahrheit. Was geschah wirklich, damals im Treppenhaus der Schule?

Piglia, Ricardo: Munk
Berlin : Wagenbach, 2015
Aus dem Spanischen von Carsten Regling
Während des bitterkalten nordamerikanischen Winters leitet Emilio Renzi an der elitären Taylor University ein Seminar über W. H. Hudson. Gefangen im skurrilen Elfenbeinturm der Universität, wo die Kollegen Intrigen schüren und der einbeinige Dekan Don D’Amato einen Hai im Keller hält, lässt sich Renzi auf eine Affäre mit der brillanten Professorin Ida Brown ein. Doch dann ist Ida auf einmal tot – und das FBI beginnt zu ermitteln. Ist Ida Brown Opfer eines Serienkillers geworden? Hatte sie Kontakt zu einer terroristischen Zelle? Und wieso ist es bei der Jagd auf Massenmörder hilfreich, James Joyce gelesen zu haben?

Sand, George: Sie und Er
München : Eder & Bach, 2015
Aus dem Französischen von Liselotte Ronte
George Sands berühmter, autobiografisch geprägter Roman über ihr leidenschaftliches und dramatisches Liebesverhältnis zu Alfred de Musset.

Tesson, Sylvain: Napoleon und ich :
eine abenteuerliche Reise von Moskau nach Paris
München : Knaus, 2016
Aus dem Französischen von Sabine Müller und Holger Fock
Gibt es heute noch Helden? Eine verrückte Zeitreise von Moskau nach Paris: Sylvain Tesson gehört zu den besten Autoren Frankreichs, seine literarischen Reiseberichte werden in einem Atemzug mit den Büchern Chatwins oder Kerouacs genannt und auf der ganzen Welt gelesen, zuletzt das Protokoll seines Rückzugs in die Einsamkeit (»In den Wäldern Sibiriens«). Über Tessons neues, furioses Abenteuer – eine Motorradreise auf der Rückzugsroute von Napoleons großer Armee – schreibt Libération: »Sein bestes Buch, stilistisch der epochalen Dramatik der Ereignisse ganz und gar gewachsen, voller Übertreibung, Humor und Motorpannen, von Alkohol (nur Wodka!) durchdrungen, sehr originell.«

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